Autos schlängeln durch die Straßen, 

rumpelnd Schlaglöcher abzupassen

- hören.

 

Abgase infizieren reinigende Luft, 

verteilen im Takt chronisch, ruß’gen Duft

- riechen.

 

Zunge sanft vom Inhalat umschmeichelt,

sucht vergebens nach Süße, die streichelt

- schmecken.

 

Triste Häuser immer Grauer, 

Blick gen Himmel tilgt die Trauer

- sehen.

 

Gassen schleusen eis’gen Wind, 

frostig piekst er Mann und Frau und Kind

- fühlen.

 

getrübte Freuden lauern im Quartier

öffnen uns eine imaginäre Tür

- 6. Sinn

‣VON SINNEN

Hier, wo die Arbeiterschaft einst nächtigte, Leerstand nachwievor präsent ist, Müll auf den Straßen und ein rauher Umgangston zuweilen für Unmut sorgen, wollen wir uns auf Genussreise begeben. Denn so sehr das Bild des Viertels nach Außen getrübt scheint, so sehr liegt darin auch eine eigensinnliche (!) Form des Genusses verborgen.

Indem wir verschiedenste Kreative zusammenbringen, fördern wir den theoretisch-praktischen Dialog für einen Sonnenberg, den es sich lohnt mit Freude zu entdecken. Und vor allem: das scheinbar Negative umzudenken und alle Chemnitzer*innen zu animieren sich dem sinnlichen Genuss hinzugeben. 

 

Hierfür lädt der Verein in drei Etappen zeitgleich zwei Künstler*innen in den Kiez ein, sich je mit einem der sechs Sinne, die uns Genuss ermöglichen, auseinanderzusetzen. 

 

Egal, ob Kulinarik, Intervention, Performance, Installation, Rundgang - wir machen den Sonnenberg mit allen Sinnen sicht- und fühlbar.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und dem Kulturmanagement der Stadt Chemnitz. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.