Gunst

Ungleichheit prägt unsere Gesellschaft, in der Nachbarschaft, in Europa, in der Welt. 

Sind Mangel und Überfluss nur eine Frage der Perspektive? Können Privilegien belasten? Geht Kunst ohne Gunst? Wem ist was vergönnt und was können wir uns angesichts der Klimakrise, global und gegenseitig gönnen? 

 

Die Dialogfelder wollen die Ambivalenzen von Privilegien als gesellschaftliche Last und individuellen Luxus untersuchen.

Mit den Erfahrungen und Blickwinkeln aus verschiedenen sozioökonomischen Hintergründen eingeladener Künstler:innen und beteiligten Partner:innen suchen wir Momente, die in Chemnitz Gemeinsinn stiften.

Dafür lädt der Klub Solitaer e.V. je zwei internationale Künstler:innen zeitgleich auf den Chemnitzer Sonnenberg ein. Ihre fünfwöchige Recherche mündet in künstlerischen Interventionen für den öffentlichen oder halböffentlichen Raum.

Chemnitzer Kreative begleiten die Dialogfelder in unterschiedlichen Rollen. Zum Einen bringen sie als Hosts von ausführlichen Welcome Weekends ihr lokales Expert:innenwissen ein und schaffen Anknüpfungspunkte zur Stadtgesellschaft und Akteur:innen vor Ort. Zum Anderen wird neben den Interventionen ein künstlerisches Spin-Off von jungen Chemnitzer Kreativen geschaffen.

Dialogfeld 3

  • Denise Lee

    Denise Lee / 李筑 (lǐ zhú) (USA / Hong Kong / Taiwan) ist eine interdisziplinäre Künstlerin mit Sitz in Leipzig. Das Gespräch ist ein wichtiger Teil ihrer Methodik, bei der sie Interviews, kreatives Schreiben und andere dialogische Begegnungen nutzt, um ihre Arbeiten in den Bereichen Klangkunst, Intervention und Kurzfilm voranzutreiben. Mit einem Hintergrund in öffentlicher Kunst, politischer Bildung und Objektdesign versucht Denise, physische und nicht-physische Räume für Verbindung und Dialog zu schaffen. In ihrer aktuellen Forschung beschäftigt sie sich mit Entfremdung und Zugehörigkeit im städtischen Umfeld, Diaspora und Sprache, und Sehnsucht im digitalen Zeitalter.

  • Tricksterparade
  • Denise Lee

    Denise Lee / 李筑 (lǐ zhú) (USA / Hong Kong / Taiwan) ist eine interdisziplinäre Künstlerin mit Sitz in Leipzig. Das Gespräch ist ein wichtiger Teil ihrer Methodik, bei der sie Interviews, kreatives Schreiben und andere dialogische Begegnungen nutzt, um ihre Arbeiten in den Bereichen Klangkunst, Intervention und Kurzfilm voranzutreiben. Mit einem Hintergrund in öffentlicher Kunst, politischer Bildung und Objektdesign versucht Denise, physische und nicht-physische Räume für Verbindung und Dialog zu schaffen. In ihrer aktuellen Forschung beschäftigt sie sich mit Entfremdung und Zugehörigkeit im städtischen Umfeld, Diaspora und Sprache, und Sehnsucht im digitalen Zeitalter.

  • Tricksterparade
  • Philipp Kolychev

    Philipp Kolychev (1991) ist ein Künstler, der mit bewegten Bildern und Objektinstallationen arbeitet und oft Satire einsetzt, um seinen Standpunkt zu vermitteln. Auch wenn seine Arbeit ironisch ist, sind die Themen, die er anspricht, wie z. B. Polizeigewalt, ernst und dringend. Seine früheren Projekte konzentrierten sich auf den Automobilismus oder die Machtdynamik zwischen Zivilgesellschaft und Regierung, wobei er Autowracks und alte Lieferwagen als Symbole für soziale Ausgrenzung und virtuelle Eliten verwendete. In den letzten Jahren hat er seine Aufmerksamkeit auf die Wohnungskrise gelenkt und sich kritisch mit deren Auswirkungen auseinandergesetzt. Kolychev studierte Neue Medien an der Akademie der Bildenden Künste in Prag (2013-2019). Seine Videoinstallationen spielen mit dem Raum und fordern den Betrachter auf, seine Vorstellungen von Macht, Reichtum und sozialen Normen zu überdenken.

  • ZugZwang
  • Philipp Kolychev

    Philipp Kolychev (1991) ist ein Künstler, der mit bewegten Bildern und Objektinstallationen arbeitet und oft Satire einsetzt, um seinen Standpunkt zu vermitteln. Auch wenn seine Arbeit ironisch ist, sind die Themen, die er anspricht, wie z. B. Polizeigewalt, ernst und dringend. Seine früheren Projekte konzentrierten sich auf den Automobilismus oder die Machtdynamik zwischen Zivilgesellschaft und Regierung, wobei er Autowracks und alte Lieferwagen als Symbole für soziale Ausgrenzung und virtuelle Eliten verwendete. In den letzten Jahren hat er seine Aufmerksamkeit auf die Wohnungskrise gelenkt und sich kritisch mit deren Auswirkungen auseinandergesetzt. Kolychev studierte Neue Medien an der Akademie der Bildenden Künste in Prag (2013-2019). Seine Videoinstallationen spielen mit dem Raum und fordern den Betrachter auf, seine Vorstellungen von Macht, Reichtum und sozialen Normen zu überdenken.

  • ZugZwang
  • 27.08.2025 Anne Schädlich
    Dialogfeld 3
    trash to treasure

    Im Rahmen des dritten Dialogfelds entwickelte Anne Schädlich ihre künstlerische Praxis weiter und machte sie sichtbar. Für sie stand der kreative Prozess im Vordergrund: Nähend, malend, häkelnd oder bauend verarbeitete sie Impulse aus dem Alltag – ohne fertige Pläne, dafür mit viel Experimentierfreude und Spontanität.

    Während ihrer sechs Wochen sammelte Anne Fundstücke und gespendete Kleidungsstücke aus der Nachbar:innenschaft. Aus diesen Textilien entstanden großformatige Teppiche und flächige Arbeiten, die Geschichten der Stadt und ihrer Menschen trugen. Alte Stoffe erhielten neuen Wert, ihre Spuren erzählten von gelebten Leben und wurden in der künstlerischen Arbeit neu sichtbar.

    Anne lud die Besucher:innen dazu ein, diese neu entstandenen Oberflächen zu entdecken, sich auf ihre eigene Perspektive einzulassen und Fragen zu stellen: Was macht den Wert von Materialien aus? Welche Geschichten bleiben, welche gehen verloren? Ihre Arbeiten waren sowohl ästhetisch beeindruckend als auch Impulsgeber für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen, Erinnerungen und Begegnungen.

  • 14.08.2025 Rückblick Dialogfeld 3
    Dialogfeld 3
    Vom ZugZwang und Tricksterparaden

    Die dritte Runde des Residenzprogramms Dialogfelder fand ihren Abschluss in einer intensiven Interventionswoche. Seit dem 11. Juli lebten und arbeiteten die Künstler:innen Philipp Kolychev (Prag) und Denise Lee / 李筑 (lǐ zhú) (USA / Hongkong / Taiwan) auf dem Chemnitzer Sonnenberg. Für Philipp Kolychev wurde die Residenz auf dem Sonnenberg zu einem spielerischen Experiment zwischen Schach, Essen und Stadtleben. Mit seiner mobilen Installation „ZugZwang“ verband er Schachbrett, Brotfiguren und Straßenalltag zu einem ungewöhnlichen Erlebnis. Passant:innen konnten gegeneinander spielen – und die geschlagenen Figuren anschließend essen. Aus einem Strategiespiel wurde so ein Moment des Austauschs, eine kleine gemeinsame Mahlzeit und eine freundliche Störung des Alltags.

    Philipp stellte dabei Fragen nach Gastfreund:innenschaft, Zugang zu öffentlichem Raum und den kleinen Ritualen im Stadtalltag. Gleichzeitig erinnerte sein Wagen an Straßenverkäufer:innen weltweit – oft unscheinbar, aber zentral für das städtische Leben. Humorvoll und zugänglich regte er dazu an, die eigene Wahrnehmung von Stadt und Gemeinschaft zu hinterfragen.

    Auch Denise Lee setzte auf direkte Begegnung. In ihren Maskenbau-Workshops entstanden Trickster-Masken, inspiriert von mythischen Figuren, die für Wandel, List und gesellschaftliche Transformation stehen. Bei der abschließenden Trickster-Parade wurden die Masken durch die Straßen von Chemnitz getragen – ein Fest der Verwandlung, von kollektiver Kreativität, Humor und der Kraft von Geschichten.

    Anne Schädlich

    From trash to treasure 

    Im Rahmen des dritten Dialogfelds entwickelte Anne Schädlich ihre künstlerische Praxis weiter und machte sie sichtbar. Für sie stand der kreative Prozess im Vordergrund: Nähend, malend, häkelnd oder bauend verarbeitete sie Impulse aus dem Alltag – ohne fertige Pläne, dafür mit viel Experimentierfreude und Spontanität.

    Während ihrer sechs Wochen sammelte Anne Fundstücke und gespendete Kleidungsstücke aus der Nachbar:innenschaft. Aus diesen Textilien entstanden großformatige Teppiche und flächige Arbeiten, die Geschichten der Stadt und ihrer Menschen trugen. Alte Stoffe erhielten neuen Wert, ihre Spuren erzählten von gelebten Leben und wurden in der künstlerischen Arbeit neu sichtbar.

    Anne lud die Besucher:innen dazu ein, diese neu entstandenen Oberflächen zu entdecken, sich auf ihre eigene Perspektive einzulassen und Fragen zu stellen: Was macht den Wert von Materialien aus? Welche Geschichten bleiben, welche gehen verloren? Ihre Arbeiten waren sowohl ästhetisch beeindruckend als auch Impulsgeber für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen, Erinnerungen und Begegnungen.

  • 15.07.2025 Drittes und letztes Dialogfeld!
    Dialogfeld 3
    Wir begrüßen Denise Lee, Philipp Kolychev und Anne Schädlich

    Zum dritten und letzten Mal für dieses Jahr beschäftigen sich eingeladene Künstler:innen für sechs Wochen mit dem Thema Gunst – diesmal mit dabei: Denise LeePhilipp Kolychev sowie Anne Schädlich als lokale künstlerische Position.
    Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase werden vom 16. bis 23. August in einer öffentlichen Interventionswoche sichtbar – schon jetzt eine herzliche Einladung!

    Zum Auftakt der Residenz hatten wir ein besonderes Welcome Weekend, das vom Team der Initiative (K)Einheit organisiert und begleitet wurde. (K)Einheit setzt sich mit ostdeutscher Erinnerungskultur aus Sicht der Generation Z auseinander.

    Freitagabend starteten wir im Wirkbau: Bei selbstgerollten Sommerrollen und ersten Gesprächen wurde das Eis schnell gebrochen. Wir bekamen Einblicke in die Arbeit von (K)Einheit, das anschließend die eigene Doku-Serie zeigte: „(K)Einheit – Wie die Gen Z über den Osten denkt“ – ein filmisches Gesprächsformat mit zehn jungen Menschen aus Ostdeutschland. Entstanden ist die Serie 2022.

    Am Samstag ging es nach einem entspannten Brunch auf einen City Walk, geführt von (K)Einheit. Eine Station war der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, wo wir an einer sehr inhaltsreichen und berührenden Führung teilnahmen. Anschließend besuchten wir die Kunstinstallation „Fischelant“ – ein Projekt von 3000 Garagen im Kontext der Europäischen Kulturhauptstadt. Den Abend ließen wir gemeinsam mit Karaoke im Lokomov ausklingen – eine gute Gelegenheit, sich noch besser kennenzulernen!

    Sonntag stand der Besuch im Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex (Offener Prozess) auf dem Plan. Dort nahmen wir an einer Führung teil. Die intensiven Eindrücke wirkten nach, und so blieben wir noch länger vor Ort, um das Archivmaterial und die Räume in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Zum Abschluss des Wochenendes gab es ein gemeinsames Resümee.

    Ein großes Dankeschön an (K)Einheit für die kluge und feinfühlige Begleitung – und an unsere Residenzkünstler:innen für den offenen Start in diese sechs Wochen voller Eindrücke, Fragen und künstlerischer Recherche.

    Wir freuen uns auf die kommenden Wochen und auf die Interventionswoche im August!

  • 06.07.2025 Wir stellen vor – Anne Schädlich
    Dialogfeld 3
    lokales Spin-off

    Anne Schädlich (@studio.aeynee) arbeitet mit den Händen – nähend, malend, zeichnend, manchmal häkelnd oder bauend. Ihre Kunst entsteht aus Impulsen, nicht aus Plänen. Was dabei herauskommt, ist oft roh, fragmentarisch und nie ganz ausbalanciert – genauso suchend wie sie selbst. Zwischen Stoff und Farbe ringt sie mit dem eigenen Perfektionismus und findet dennoch Ruhe im kreativen Schaffen. Ihre Arbeiten erzählen nicht von Antworten, sondern vom Ausprobieren, Überdecken, Wiederfinden.

  • Shubhangi Singh
    14.03.2025
    Maja Simišić
    27.04.2025
  • Marie Donike und Johannes Specks
    19.05.2025
    Katariin Mudist
    29.06.2025
  • Denise Lee
    11.07.2025
    Philipp Kolychev
    24.08.2025