Autor: fabianthueroff

Wilkommen Kristina Miller!

Willkommen, Kristina Miller

Mit Kristina Miller begrüßen wir erstmals eine Kuratorin in den Dialogfeldern. Kristinas Arbeit setzt genau dort an, wo gesellschaftliche Veränderungen sichtbar, spürbar und verhandelbar werden: in Räumen, Milieus, Bildern, Routinen und Brüchen. Wir freuen uns sehr, dass sie mit ihrer kuratorischen Residenz Kuratorische Kontaktzonen eine neue Ebene in das Projekt einbringt – eine beobachtende, fragende und verbindende Perspektive, die den künstlerischen Residenzen 2027 vorausgeht.

Kristina Miller, geboren 1992, lebt und arbeitet als Kuratorin in Berlin. In ihrer Praxis beschäftigt sie sich mit künstlerischen Positionen, die gesellschaftliche Dynamiken, soziale Ordnungen und soziologische Phänomene untersuchen. Ihr besonderes Interesse gilt geschlossenen Systemen und Räumen, entkoppelten Milieus sowie Orten, an denen gesellschaftliche Aushandlungsprozesse besonders verdichtet sichtbar werden.

Ausgehend von gegenwärtigen Diskursen, die von Radikalisierung, Identitätssuche, Verunsicherung und Resignation geprägt sind, richtet sie ihren Blick auf Räume und Bewegungen, in denen sich neue Formen sozialer Wirklichkeit herausbilden. Kristinas kuratorische Arbeit verbindet analytisch-wissenschaftliche Recherche, Biografiearbeit, Feldforschung und die Auswertung szenetypischer Bildsprachen. Zwischen Offline- und Online-Kulturen interessiert sie sich für soziale Mechanismen, die analoge und digitale Realitäten miteinander verschränken. Ihre Projekte bewegen sich damit zwischen soziologischer Beobachtung, künstlerischer Übersetzung und der Frage, wie Räume unser Zusammenleben prägen.

Im Rahmen der Dialogfelder besucht Kristina Miller acht Kunsträume in Deutschland – vier in Ost-, vier in Westdeutschland, in urbanen wie peripheren Regionen. Ihre Recherche fragt danach, wie Kunsträume auf gesellschaftliche, räumliche und strukturelle Transformationsprozesse reagieren, welche Strategien sie im Umgang mit Brüchen und Veränderung entwickeln und wie daraus neue Verbindungen entstehen können.

Kristina Miller studierte Soziologie an der Universität Wien und Spatial Strategies an der Kunsthochschule Weißensee Berlin. Für ihre Recherchetätigkeit wurde sie unter anderem mit dem Recherchestipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Berlin, ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit medienübergreifend arbeitenden Künstler:innen entwickelt sie Konzepte, kuratorische Formate und Texte. Als Studioleiterin realisierte sie Werke und Ausstellungen von internationaler Reichweite, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik Berlin, dem mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, der documenta Kassel, sowie dem bbk Berlin und kommt frisch von einem Kurationsstipendium an der Akademie Schloss Solitude.

www.kristinamiller.de

Open Call for Curators

Mit Unterstützung der Liebelt-Stiftung, Hamburg schreibt der Klub Solitaer e.V. eine kuratorische Residenz inklusive Recherche- und Reisebudget aus. Dabei bereitet die kuratorisches Residenz wiederum, das künstlerische Residenzprogramm Dialogfelder im Folgejahr vor. Wir verstehen Kurator:innen hierbei als aktive Gestalter:innen: forschend, vermittelnd und organisierend. Der Fokus liegt auf der überregionalen Vernetzung von Kunsträumen in Ost und West, um gemeinsam Strategien im Umgang mit Transformation zu erproben. Nachwuchskurator:innen erhalten die Chance, ihre Praxis im realen Stadtkontext anzuwenden, Kooperationen zu fördern und Konzepte für ortsspezifische Werke zu entwickeln, die in die Stadtgesellschaft hineinwirken.

PROGRAMM

Der/die ausgewählte Kurator:in verbindet in einer 8–10 wöchigen Arbeitsphase eine lokale Recherche in Chemnitz mit einem Reisestipendium zu acht Partnerorten (vier in Ost-, vier in West). Diese Reisen dienen der Erkundung unterschiedlicher Strategien in urbanen wie peripheren Kontexten. Dort untersucht er/sie, wie andere Kunsträume auf Transformationslagen reagieren, welche Strategien erfolgreich sind und wie diese im Chemnitzer Kontext adaptiert werden können.

Im Ergebnis entsteht ein Netzwerk von Kunsträumen in verschiedenen Regionen Ost- und Westdeutschlands, die ihre Strategien gemeinsam austesten und weiterentwickeln.

Die Ergebnisse fließen in ein Symposium im Juni 2026 in Chemnitz, an dem die besuchten Partnerinstitutionen teilnehmen. Gemeinsam werden die Erfahrungen ausgewertet, eine Longlist von Künstler:innen erstellt und Fördermittelakquise für die Durchführung der Dialogfelder im Folgejahr betrieben.

Eine Publikation dokumentiert die Ergebnisse und wird durch digitale Formate wie Reisetagebücher oder Podcasts ergänzt.

ABLAUF

14.02.2026 | Informations und Diskussionssession
14:00 – 20:00 Uhr LOKOMOV Chemnitz
Alle Interessierten sind eingeladen die Organisatoren sowie deren Umfeld kennzulernen und aktuelle Transformationsmomente untereinander zu verhandeln.

01.03.2026 24:00 Uhr | Bewerbungsschluss
Anschließend Auswahl durch eine Jury.

01.04.2026 | Beginn des Arbeits- und Recherchezeitraum.
Ein zentrales Element ist das Reisestipendium, das Besuche bei acht Kunsträumen (4 Ost, 4 West – urban und periphär) vorsieht. Vorab wird eine Publikations- und Disseminationstrategie erarbeitet, die auf Feldnotizen, Fotografien, Interviews oder digitalen Formaten wie Reisetagebüchern oder Podcasts fußen kann. Diese wird begleitend umgesetzt.

Juni 2026 | Vorstellung des kuratorischen Konzepts
Dazu werden werden die teilnehmenden Kunsträume aus Ost und West eingeladen, gemeinsam wird diskutiert und geschärft. Es wird das Überthema für die Dialogfelder 2027 definiert. Das Konsortium erarbeitet gemeinsam eine Longlist von Künstler:innen, legt Arbeitspläne fest und beginnt mit einer gemeinsamen Antragstellung und Mittelakquise.

März bis September 2027 | Umsetzung
Durchführung der künstlerischen Residenzen der Dialogfelder in Chemnitz gemäß erfolgter Mittelakquise.

Oktober 2027 | Publikation
Eine Veröffentlichung versammelt Räume, Methoden, Interventionen und Gespräche und setzt diese in Bezug zum Überthema.

KONDITIONEN

Honorar Kurationsresidenz: 10.000 Euro/brutto

Reisebudget Recherche: bis zu 4.000 Euro/brutto

Das Honorar wird in 4 Raten gegen Rechnungslegung gezahlt:

    • nach Antritt und Vereinbarung der individuellen Ziele
    • nach der Reise
    • mit der Vorstellung des Konzeptes und Durchführung des Symposiums
    • mit der Übergabe einer ausführlichen Dokumentation


BEWERBUNG

Nachwuchskurator:innen, die sich mit künstlerisch-kreativen Raumpraktiken auseinandersetzen, sind eingeladen, Ansätze einzureichen. Die Bewerbung sollte folgende Informationen umfassen:

    • CV
    • Arbeitsproben (Portfolio oder Links)
    • Motivationsschreiben bzw. Konzeptskizze zu thematischen Ansätzen, kuratorischen Fragestellungen, Recherchezielen, potentielle Partnerorten

Bewerbungen ausschließlich via mail an

info@klub-solitaer.de

mehr Information hier.